Roadtrip nach Nottingham oder “The quest to the Lead-Belt” Part 3

Und hier nun der dritte und letzter Teil unseres Kurztrips nach Nottingham.

Wargames Foundry:

Wargames Foundry befindet sich ein gutes Stück, circa eine halbe Autostunde nordöstlich von Nottingham entfernt. Es ist gar nicht so leicht die richtige Abzweigung zu finden, da es wirklich ländlich liegt. Das Anwesen ist mit einer alten Mauer umzäunt. Durch ein altes Tor, vorbei an einer alten Kirche, kommt man schließlich zu einem weiteren Torbogen, auf dem ein kleines, unscheinbares Wargames Foundry Schild prankt. Später erzählt mir Marcus, der Sohn von Brian Ansell, welcher Wargames Foundry gegründet hat, dass es für diese Unscheinbarkeit einen guten Grund gibt. Es kommt wohl recht häufig vor, dass Zigeuner und weitere ungebetene Gäste zum Betteln vorbeikamen und aus diesem Grund hat man extra kein Firmenschild angebracht.

Trotzdem wird dieser Umstand bestimmt dafür sorgen, dass relativ wenig Kundschaft den echt imposanten Laden finden.

Wargames foundry hat seit einigen Jahren ein altes Herrenhaus von 1800 schieß-mich-tot als Standort. Der Laden und auch alle anderen Unternehmensbereiche wie die Mail Order, die Giesserei, und der Formbau befinden sich in den Stallungen des Landsitzes.

In mehreren hintereinander angeordneten Räumen präsentiert sich fast das gewaltige Miniaturen-Sortiment. Und das ist eine schier unglaubliche Anzahl an unterschiedlichen Miniaturen der verschiedensten Epochen.

Diverse Spieltische laden zu einem Spielchen ein. An dem Wochenende vor unserem Besuch fand zum dritten Mal ein großes Oldhammer Event statt. Eigens dafür wurde ein großes Zelt im Innenhof aufgebaut. Oldhammer ist eine Bewegung, die in den letzten 5-10 Jahren immer populärer geworden ist. Hierbei geht es darum, Miniaturen von Games Workshop vornehmlich aus den 80er und frühen 90er Jahren zu sammeln. Diese werden mit der dritten Edition von Warhammer ins Feld geführt. Auch ich kann mich von dem nostalgischen Flair und den damit verbundenen Erinnerungen aus meiner Hobby-Anfangszeit sehr gut identifizieren. Ich spiele schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, aus meinen alten Figuren Schätzchen das ein oder andere hervorzuholen und zu bemalen. Viele, die Oldhammer betreiben, sammeln nicht nur die Figuren aus dieser Ära sondern versuchen auch die Bemalung an den damaligen Malstil anzupassen. Glanzlack, Goblin Green farbene Bases und Tschernobyl-leuchtende Farben, die auch noch im Dunkeln leuchten sind hierbei Programm. Ich glaube soweit werde ich meinen Hang zum Oldhammer dann doch nicht treiben.

Streift man durch die verschiedenen Ladenräume, sind überall Vitrinen aufgestellt, die vor bemalten Miniaturen bersten. Dabei sind auch einige Schätzchen, wie die Prototypen der Heroquest Figuren aus Metall. Auch Kevin Adams eigene Orkarmee findet hier seinen Platz.

Dieser Teil einer Stadtmauer stammt aus dem Regelbuch der dritten Edition von Warhammer. Und ist ein Teil einer größeren Stadt-Szene, die damals Dave Andrews baute.

Vom Ladenlokal aus kommt man über eine Tür direkt zur Mail oder, wo alle Bestellungen gepackt und anschließend versendet werden.

Auf dem folgenden Bild, befinden wir uns in einem Raum, in dem ausschließlich Farben gelagert werden.

Weiter geht es in den Formenbau Raum. Die beiden grünen Schätzchen dienen dazu die Silikonformen zu pressen und sind noch aus einer Ära vor der Gründung von Wargames Foundry. Genauer gesagt wurden schon Gussformen bei Games Workshop damit gebaut. Unglaublich!

Der Formenbauer scheint eine besondere Beziehung zu den Maschinen zu pflegen, da er sie nach seinen Ex-Freundinnen benannt hat. Die linke heißt Erika.

Direkt hinter dem Raum zum Formenbau befindet sich die Giesserei.

Als nächstes konnten wir uns einen “kleinen” Teil der lagernden Gussformen anschauen. Marcus erzählte uns, dass immer wieder Figuren “neu” gefunden werden, die zum Teil noch nie in den Verkauf gelangten oder seit Jahrzehnten verschollen sind. Unglaublich wie viele Miniaturen es hier gibt, wenn sogar die eigenen Mitarbeiter und Besitzer den Überblick darüber verlieren.

Über eine Treppe gelangt man zum Herzstück von Wargames Foundry. In zwei nebeneinander liegenden Räumen, die durch Zahlenschlösser gesichert sind, werden die Master aller Figuren gelagert. Müssen neue Formen gebaut werden, finden sich hier hoffentlich die Master.

Nach diesem großartigen Rundgang gilt unser Dank vornehmlich Marcus Ansell, der sich sehr viel Zeit für uns genommen hat. Natürlich mussten wir auch noch einige Figuren entstehen. Ich habe mir einige Schätzchen für meine wachsende Congo-Sammlung zugelegt.

Was für ein Tag. In gerade mal zwölf Stunden haben wir uns Footsore Miniatures, Warlord Games, Mantic Games, Games Workshop und Wargames Foundry angeschaut. Kann ein Tag für uns Püppchen-Verrückte erfüllter sein?

Hotel:

Im Hotel angekommen, ging es direkt zum Abendessen. Neben Steak und Burger testeten wir auch zwei seltsame Biere.

Das sogenannte Lancaster Bomber rundete hierbei den Abend ab. 😁

Zumindest einmal pro England Aufenthalt, muss man sich definitiv ein schönes englisches Frühstück gönnen.

Am letzten Tag unseres Kurztrips nach England stand nur noch ein Besuch bei Gripping Beast auf dem Programm.

Gripping Beast:

Im Gegensatz zu allen anderen Miniaturen Firmen, befindet sich Gripping Beast nicht im Großraum Nottingham, sondern ca 150 km südwestlich in Worcester. Das Städtchen ist gar nicht mal so schön und Gripping Beast liegt gut versteckt in einem Gewerbegebiet. Nach mehrmaligem Fragen fanden wir es endlich.

Auch hier herrscht rege Betriebsamkeit. Gerade wurde ein Großauftrag für einen amerikanischen Kunden gegossen und verpackt, der alle! Gripping Beast Produkte jeweils fünf Mal bestellte.

Der Platz in der kleinen Gewerbehalle wird langsam eng. Nichtsdestotrotz gibt es auf einer Zwischenebene einen Spielbereich, in dem auch diverse Vitrinen und unzählige Figuren Koffer stehen.

Nach dem Austausch viele Anekdoten und einigen geschäftlichen Meetings, machten wir uns um die Mittagszeit auf dem Heimweg.

Gegen 2:30 Uhr nachts kamen wir endlich nach ca. 14 Stunden wieder in heimischen Gefilden an. 26 Stunden Autofahrt in drei Tagen muss man bestimmt nicht jede Woche haben, es war aber ein echtes Erlebnis.

Ich kann euch allen nur empfehlen, wenn ihr mal in England sein, die ein oder andere Firma im Großraum Nottingham zu besuchen. Da arbeiten viele enthusiastische Hobbyisten, die sich in der Regel über einen Besuch freuen.

Viele Grüße,

Mirco

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